Fahrrad für Stadtpendelei

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Fahrrad für Stadtpendelei

Beitragvon kaesebrot » Di 12. Mär 2019, 09:45

Hallo!

Hier sind ja auch ein paar dabei, die sich richtig gut mit Fahrrädern auskennen - das hab ich nie so wirklich hinbekommen. Wohne arbeitsbedingt für ne längere Weile in einer grösseren polnischen Stadt und brauch n schönes, gut rollendes Fahrrad für den Alltag. Hab einfach die Nase voll davon für 16km am Tag (8km pro Tour) fast ne Stunde im Auto zu sitzen...

Weil ich halt von Rädern wenig Plan hab suche ich input zu einem Rad, womit ich in der Stadt und den Randbezirken gut vorwärts komme und natürlich darfs auch n bisschen geil sein :pompom:'
Alt find ich auch sehr gut, instandhalten ist kein Problem, aber auf n Projekt hab ich kein Bock.

Was fällt euch zu sowas ein, oder hat einer vielleicht auch was zu veräussern?
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Re: Fahrrad für Stadtpendelei

Beitragvon happyc » Di 12. Mär 2019, 10:29

Was soll der Bock denn kosten, was darf er kosten?
Was muss er können, auch Gepäck oder Einkäufe transportieren?
Wie schaut die Topografie aus? Topfeben oder bergig?
Nur Fortbewegungsmittel, oder auch Sportgerät?
Möglichkeiten zur sicheren Verwahrung gegeben?
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Re: Fahrrad für Stadtpendelei

Beitragvon Rollsportanlage » Di 12. Mär 2019, 11:49

Die Frage nach der Topografie kann ich nur wiederholen.

In allen fällen würde ich aber daruf achten, dass die Rahmengrößen zu Deiner Schrittlänge passt. Wenn die Landschaft nicht topfeben ist würde ich bei der Tagesstrecke auch auf das Gewicht und eine Kettenschaltung wert legen.
Alte 08/15-Räder, insbesonders Damenräder sind meist höllisch schwer.
Keine Ahnung, was der polnische Markt so her gibt. Ein polnischer Studienkollege meinte, dass man dort vortrefflich olles Zeug kaufen kann, da außerhalb der noch vergleichsweise kleinen, städtischen Mittelschicht sich kein Schwein für "Retro", oder "Vintage" interessiert.

Bei Kauf alter Stahlräder sollte man insbesonders dem Rahmen erhöte Aufmerksamkeit schenken. Ernsthafter Rost ist am ehesten im Bereich des Tretlagers, oder schlecht verarbeiteter Lötverbindungen zu finden. Wenn das Fahrrad mal einen frontalen Treffer hatte, ist das Unterrohr im oberen Bereich gestaucht, das Oberrohr im vorderen Bereich leicht nach oben gebogen. Beides kann so minimal sein, dass man es mit bloßen Auge nicht sieht. Die planfläche einer kleinen Wasserwage under die Kante eines Stahllineals hilft.
Wenn die untere Hälfte des Steuerlagers schief in der Lagerschale sitzt, die Gabelholme leicht nach hinten gebogen sind, oder die Räder trotz korrekter Montage nicht in einer Linie fluchten, ist die Gabel verzogen.
Steuerlager ("Brinelling"(, Kettenblätter und Ritzel sollten ebenfalls i.O. sein, da aufwendig zu tauschen, oder schwierig in der Ersatzteilbeschaffung.
Tret- und Radlager sind bei den alten Rädern meiner Erfahrung nach oft durch, oder brauchen mindestens neues Fett (Was an keiner Lagerstelle schadet). Leider lässt sich der Zustand eines Tretlagers wegen der als Hebelarme wirkenden Kurbeln nur ohne Kurbeln sicher beurteilen.
Von Keil-befestigten Kurbeln, würde ich persönlich die Finger lassen. Diese sind meist unrettbar ausgeschlagen, weil die Keile nie nachgezogen werden. Vierkant-Kurbeln sind deutlich unproblematischer. Leider braucht man zu deren Demantage ein Spezialwerkzeug, gleiches gilt für viele Tretlager.
Sämtliche anderen Teile lassen sich eigentlich easy tauschen.
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Re: Fahrrad für Stadtpendelei

Beitragvon Christian » Di 12. Mär 2019, 12:48

Ich bin 3 Jahre lang täglich 12 km mit Hügeln auf nem 23 Kilo schweren 1956er Gazelle Herrenrad vom Sperrmüll mit 3-Gang Sachs Nabenschaltung und Keilkurbeln gefahren. Reparaturen in der Zeit: 5 Platten hinten, 2 vorne, sonst nichts.

Fairnesshalber muss ich dazusagen, der Sperrmüll war vor 20 Jahren und außer dem Rahmen mit Anbauteilen war nichts vorhanden.

Bei Hollandrädern find ich einen Moleskin-Kettenschutz halt super. Etwas blöd wenn das Hinterrad raus muss, aber dafür hält die Kette ewig. Ich glaub da sitzt immer noch die drauf, mit der der Rahmen damals an der Straße lag.
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Re: Fahrrad für Stadtpendelei

Beitragvon Fuchs » Di 12. Mär 2019, 13:05

Christian hat geschrieben: Etwas blöd wenn das Hinterrad raus muss, aber dafür hält die Kette ewig.


Ich kenne nur wenige Fälle, wofür das Hinterrad beim Hollandfahrrad raus muss, Reifen- und Schlauchwechsel habe ich bisher immer im eingebauten Zustand gemacht; ohne Spezialwerkzeug, welches es dafür natürlich auch gibt.

Blöd ist nur, wenn die Kette abspringt :shit:
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Re: Fahrrad für Stadtpendelei

Beitragvon Christian » Di 12. Mär 2019, 13:10

Geht bei dem nicht, den Rahmen wollte ich nicht so weit aufbiegen. Die F&S 3 Gang Nabe ist leider ziemlich lang (breit). Ist trotzdem in 5 Minuten gemacht, wenn man etwas Übung hat... Die Spannung sollte natürlich passen. Mir ist noch nie ne Kette bei ner Nabenschaltung weggeflogen.
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Re: Fahrrad für Stadtpendelei

Beitragvon kaesebrot » Di 12. Mär 2019, 13:18

Wow, das ist ja schon mal eine Menge Respons! Ich versuche die Grundlegenden Fragen erstmal so sortiert wie möglich zu beantworten.
happyc hat geschrieben:Was soll der Bock denn kosten, was darf er kosten?

Ich habe zwar echt wenig Plan vom Preisgefüge bei solchen Sachen, aber für ein schönes Stück wäre ich bereit 2-300Euro zu investieren. Das hält ja länger als nur das halbe Jahr in Polen :) Hab mir im Leben noch nie n richtiges Fahrrad gekauft, sondern immer nur so Kleinanzeigen-Schlurren gekauft/gefahren/klauen lassen.
happyc hat geschrieben:Was muss er können, auch Gepäck oder Einkäufe transportieren?

Ich bin eigentlich nur mit Umhängetasche/Rucksack unterwegs - da passt das nötigste rein.
happyc hat geschrieben:Wie schaut die Topografie aus? Topfeben oder bergig?

Es ist ziemlich eben hier drüben. Keine ernstzunehmenden Berge. Nächstes Einsatzgebiet wäre dann Dänemark (zuhause), da gibts in der näheren Umgebung 2 anhöhungen mit "steileren" Steigungen, aber auch nix wo ich ständig rumfahre.
happyc hat geschrieben:Nur Fortbewegungsmittel, oder auch Sportgerät?

Eher Fortbewegungsmittel :) Solang es kein Kettler-Alu-Trekking Rad ist
happyc hat geschrieben:Möglichkeiten zur sicheren Verwahrung gegeben?

Jap! Auf der Arbeit mit Wächter am P-Platz und ansonsten in der Wohnung.

Den polnischen Markt hab ich so garnicht auf Pfanne (bis jetzt), sprachkenntnisse sind nicht wenig bis nicht vorhanden :) hab aber gehört hier gäbe es im sommer Flohmärkte wos was zu günstig zu schiessen gibt, aber so lang will ich ehrlich gesagt nicht warten.

So von der eignen Topografie her bin ich knapp 1.90m und wieg 100kg - also sollte mich auch gern tragen das Fahrrad. Ich google gleich mal wie das mit der Rahmengrösse funktioniert.
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Re: Fahrrad für Stadtpendelei

Beitragvon Rollsportanlage » Di 12. Mär 2019, 13:59

kaesebrot hat geschrieben:So von der eignen Topografie her bin ich knapp 1.90m und wieg 100kg - also sollte mich auch gern tragen das Fahrrad. Ich google gleich mal wie das mit der Rahmengrösse funktioniert.

Alte Räder gibt es für Erwachsene auf dem Gebrauchtmarkt im Prinzip in drei relevante Größen: ca. 54, 57 und 61cm Sitzrohrlänge, gemessen von Mitte Tretlager bis zum oberen Abschluss.
Bei deiner Körpergröße sollten es die 61cm sein. Ich fahre die mit 1,86m auch schon. Leider sind diese Räder deutlich seltener, als die 54er und 57er, weil die Menschen früher einfach kleiner waren. Da auch Polen im Schnitt nicht sonderlich groß gewachsen sind, macht es villeicht wirklich Sinn sich in Dänemark oder Norddeutschland umzusehen. Nur immer schön weit weg von Hamburg bleiben. Fahhräder auf dem Land kaufen ist eh billiger.

Generell werden heute kleinere Rahmengrößen gefahren, als früher. Da jedoch auch die Geometrie eine andere ist, heißt das nicht, dass einem ein zu kleines Rad aus den 80ern passt.
Natürlich gibt es auch noch kleinere und größere Räder, als die von mir erwähnten Rahmen. Nur sind letztere m.E. sehr selten, sehen zkomisch aus und könnten dir auch schon wieder zu groß sein.
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Re: Fahrrad für Stadtpendelei

Beitragvon Tjarnwulf » Di 12. Mär 2019, 14:21

Ahoj,

mal ganz krass formuliert:
Alter, kauf dir ein Fahrad für möglichst wenig Geld und fahr los. Wenns dir nach vier Wochen noch gefällt, denk über ein anderes nach. Oder fahr einfach weiter! Du willst weder die Tour de France absolvieren, noch die Alpen überqueren, du willst zur Arbeit! :-)

Grüße

Tj.
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Re: Fahrrad für Stadtpendelei

Beitragvon Alex86 » Di 12. Mär 2019, 15:16

200-300€ und in Polen? Ungarnschwalbe! :-)
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Damit kommste doch an den stehenden Autos vorbei. Und wenn du zurück bist, kannst du die dann bei mir abladen. ;)
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