Aktuelle Wasser-Basislacke

Alle Fragen zur Lackierung eines Fahrzeuges

Aktuelle Wasser-Basislacke

Beitragvon Stuntman Marc » Di 12. Mär 2019, 08:58

Als alter Garagenfrickler habe ich vorletztes Jahr einfach mal ein ganzes Auto in der heimischen Garage (ordentlich!) lackiert. Das dafür benutzte Werkzeug war eine alte Sata Jet 90 von meinem Großonkel für Basislack und HS Klarlack. Vom Gefühl her nicht die ideale Basis. Aber was ist schon ideal? Denn ich habe ja schließlich einfach in der einseitig offenen Garage lackiert. Da die Sata für meine Begriffe als absoluter Laie einen unmenschlich hohen Luftverbrauch hat und mich als Bediener in T-Shirt dahinter direkt auch mit lackiert hat (gerade Klarlack haftete quasi vollständig auf meinen Armen), würde ich mir für die Zukunft vielleicht eine andere Pistole besorgen.

Was mein größtes Problem ist: Vor vier, fünf Jahren kam ich noch ohne größere Probleme in diversen online Shops an konventionelle Basislacke auf Lösemittelbasis. Die Zeiten sind offensichtlich vorbei. Ich kenne nur noch wenige Quellen (www.lackierladen.de z.B.), wo ich an den Lack komme. Das Color Matching ist beschissen, wie ich am Titansilbernen E39 meiner Frau feststellen musste. Früher, wo ich noch an Standocryl-Basislack gekommen bin, war die Verarbeitung einfach und der Farbton stimmte einfach. Sogar an dem silbernen Jaguar X-Type den mein Papa seiner Zeit gefahren hat. Einfach beilackiert...sah top aus.

Langes Faseln, wenig Sinn: Können die hiesigen Profis mal erklären, wie man Wasserbasislack verarbeitet und ob es überhaupt möglich ist, das in der heimischen Garage ohne Anschaffung einer LUTRO-Kabine oder irre teuren IR-Strahlern zu verarbeiten?
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Re: Aktuelle Wasser-Basislacke

Beitragvon kaesebrot » Di 12. Mär 2019, 09:22

Ich kenne das Problem aus der Werkstatt in der ich viel unterwegs war und meine Schrauber-Erfahrungen gemacht habe. Da hat der Chef noch nebenbei in der Halle lackiert - der hat ein paar Wasserbasis-Lack experimente gewagt ohne Kabine - das ging irgendwie, war aber eine Aktion wo er mit seiner Erfahrung hart gegensteuern musste, damit es überhaupt was wird. Also auf gut deutsch: Wasserbasis für nicht-super-ausgestattete, is nix.
Wir beziehen unsere Farben vom lokalen Farbhändler. Da gibts das alles noch als 2k auf Lösemittelbasis. Ich meine bei Matthies gabs das auch noch.
Also meine Idee wäre es, es mal lokal zu versuchen. Es ist ausserdem gänige Meinung bei vielen, dass Wasserbasis die vollkatastrophe in der Verarbeitung ist.

Das ist so was ich hier und da miterlebt, aufgeschnappt habe. Lasse mich also gern eines besseren beleheren.
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Re: Aktuelle Wasser-Basislacke

Beitragvon Christian » Di 12. Mär 2019, 12:57

Im Motorradladen wo ich zuletzt arbeitete ist des öfteren ein Lackierer für diverse Teile da. Den hab ich zu meinem Audi interviewt, da müssten diverse Teile lackiert werden. Laut seinen Aussagen ist Wasserbasis mit Heimmitteln (->ohne Profikabine) lackieren fast unmöglich, weil das Zeug ohne Heizung in keinem vernünftigen Zeitraum trocknet...

Außer doch Lösemittel Zeug zu nehmen hab ich auch keine Ideen.
-´90 Golf - ´94 Audi B4 LPG - ´85 Jetta - ´76 Rekord - ´88 Polo -
Alle sagten "Das geht nicht." Da kam einer und hat´s versucht, und es ging nicht.
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Re: Aktuelle Wasser-Basislacke

Beitragvon Mr.Chili » Di 12. Mär 2019, 15:20

Marc falls du was brauchst was du als Laie nicht bekommst, melde dich bei mir.
Als gelernter farbverschmierer komme ich man an vieles mehr rann, als der Laie.
Wasserfarben sind für'n Kindergarten, sagte mein Berufsschul Lehrer schon vor 40 Jahren.
Wer einen Rechtschreib oder Grammatikfehler findet,
der darf in gerne behalten um sich daran aufzugeilen.
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Re: Aktuelle Wasser-Basislacke

Beitragvon Der Sterni » Di 12. Mär 2019, 17:13

Ich weiß, dass ich froh bin nicht mehr mit konventionellen Basis lacken zu müssen. Die Vorteile von WBC überwiegen im Alltag.
Wenn ich zu komme ticker ich heute Abend von Rechner aus noch ein paar Zeilen - sofern gewünscht und akzeptiert.

Mein Freund der Baum braucht CO², drum setz' ichs ausm Auspuff frei.
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Re: Aktuelle Wasser-Basislacke

Beitragvon Stuntman Marc » Di 12. Mär 2019, 19:22

Der Sterni hat geschrieben:Ich weiß, dass ich froh bin nicht mehr mit konventionellen Basis lacken zu müssen. Die Vorteile von WBC überwiegen im Alltag.
Wenn ich zu komme ticker ich heute Abend von Rechner aus noch ein paar Zeilen - sofern gewünscht und akzeptiert.


Sehr gewünscht! Ich bin offen bei dem Thema. Solange da nicht steht, dass ich zwingend Utensilien gut 1.000,- € insgesamt kaufen muss, will ich das gerne ausprobieren.


Mr.Chili hat geschrieben:Marc falls du was brauchst was du als Laie nicht bekommst, melde dich bei mir.
Als gelernter farbverschmierer komme ich man an vieles mehr rann, als der Laie.
Wasserfarben sind für'n Kindergarten, sagte mein Berufsschul Lehrer schon vor 40 Jahren.



Da komme ich auch sehr, sehr gerne drauf zurück! Hab hier noch einen Pott BMW Cosmosschwarz und ejnen Pott Schwarz 2 stehen als Standocryl. Dann war es das. Ab da an wird es düster mit richtig gutem Lack.
Da ich ja fast nie komplett lackiere, sondern immer beilackiere, hab ich dann richtig Probleme an Lack mit gutem color matching zu kommen. Muss im Sommer meinen 540i Touring lackieren. Ganzes Seitenteil neu eingesetzt. Also Radlauf bis in die Sicke. Dafür habe ich schon Lack da. Von Lackierungen.de... Karre ist Toledoblau...Und bis auf Dach und Fahrertür komplett nachgeduscht. Richtig gepfuscht. Is aber völlig egal, weil er die Alltagsgurke werden soll. Da MUSS er scheiße sein, sonst stelle ich so einen 540i Handschalter früher oder später weg. Weil zu schade.
Nur das Ergebnis am 525i meiner Frau ärgert mich MASSIV.
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Re: Aktuelle Wasser-Basislacke

Beitragvon Der Sterni » Do 21. Mär 2019, 23:31

So, mitlerweile gibts zuhause auch wieder Internet...


Deine Jet 90 ist heutzutage nicht mehr zeitgemäß.
Spritzstrahl zu eng, Luftverbrauch und Spritzdruck zu hoch, Übertragungsrate zu gering (<40% landen aufm Auto).

Da sollte es sowohl für Basis, als auch Klaren was moderneres sein.
Beim Basis bekommt man schnell Probleme mit dem Farbton, da die Zerstäubung nicht passt und der Klare ist schnell mal überbeschichtet was der Hs-Lack recht schnell übel nimmt und kocht, vermattet oder schlichtweg nicht anständig verläuft.

Das angesprochene "Colormatching" (bisher nur von Laien gehört) ist auch beim konv. Lack schon ne heikle Nummer gewesen.
Wird heutzutage alles nicht leichter, was jedoch weniger am Material, als an den Autos liegt.
Produziert und getüncht in etlichen Fabriken die Teils nichtmal auf dem gleichen Kontonent liegen. Karosse kommt aus Spanien und wird dort auch lackiert, Anbauteile irgendwo aus Amiland und haben nen ganz anderen Farbton - herstellerübergreifend absolut gängig.

Des Pudels Kern:
Es gibt nicht "ein" z.b. Titansilber was immer und überall passen muss/kann.
Die Farbe wurde nun Rund 20 Jahre bei BMW eingesetzt und das nicht nur auf einem Modell.

Was macht der Lackhersteller nun bei der Coloristik?
Er bekommt ein Panel vom Hersteller und kann daran nachrezeptieren. Das ist dann die "Standardvariante".
Im Laufe der Zeit kommen immer mehr Anwender und schicken eigene Muster ein, da sie mit der vorgegebenen Formel nicht hinkommen. Diese Muster werden dann ebenfalls Nachrezeptiert und als Formel aufgenommen.
Im Laufe der Jahre entsteht dann ein immer feiner werdendes "Netz" an Formeln welche bei dem einen Auto besser oder halt auch schlechter passen.
Da hilft dann die klassische Farbpaspel anhand man sich die passende Variante raussuchen kann oder man liest den Farbton aus was kein Allheilmittel, jedoch aktuell Stand der Technik, ist.

Was macht jetzt dein Lackotto bei dem du deine Farbe bestellst? So ganz ohne Muster mal doof, also kommt Standard in den Pott und die Sache ist für ihn durch.
Daher meine Empfehlung wenns drauf ankommt: ab zum örtlichen Ansprechpartner und dort samst Muster aufschlagen.



Kurz noch zum Trocknen vom WBC.
Es gibt da 2 Möglichkeiten um das Wasser wegzubekommen.
Hoher Luftdurchsatz oder höhere Temperatur.

Abblasen mit Luft wirbelt meißt ne Menge Schlotze auf, daher rate ich zur Temperatur.
Um da halbwegs effizient und Zügig zu Potte zu kommen nimmt man sich nen IR-Strahler.
https://www.ebay.de/itm/IR-1000W-Infrar ... Sw9N1Vh~1N
Sowat reicht da schon um zügig vorranzukommen.
Bitte keine Quarzstrahler "Wickeltischheizer" nehmen. Brauchen ewig um auf Laune zu kommen und trocknen von außen nach innen - Infrarot genau andersrum was beim Klaren z.b. kochern vorbeugt.

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Re: Aktuelle Wasser-Basislacke

Beitragvon Bullitöter » Fr 22. Mär 2019, 01:06

Mal als Einwurf von nem Ahnungslosen.

https://www.korrosionsschutz-depot.de/r ... cht-250-ml

Is nich grad n schnapper, ok, aber immerhin ist es zu bekommen.
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