E36, E39...Fundgrube meiner Schrauber-Projekte

Was habt Ihr in der Mache? Mit was gurkt Ihr durch die Gegend? Zeigt her Eure Schätzchen!

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Re: E36, E39...Fundgrube meiner Schrauber-Projekte

Beitragvon El Grapadura » Mo 18. Mär 2019, 23:25

Sehr schönes projekt und schön geschrieben...

@frank: auf deinen buick gehört nen weiand blower :rollmops:

Cheers Wösi
"Ich fahr immer hundert. Dem Wald zuliebe!"
El Grapadura
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Re: E36, E39...Fundgrube meiner Schrauber-Projekte

Beitragvon Mr.Chili » Di 19. Mär 2019, 10:38

mehr :top:
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der darf in gerne behalten um sich daran aufzugeilen.
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Re: E36, E39...Fundgrube meiner Schrauber-Projekte

Beitragvon CoolCruiser » Di 19. Mär 2019, 13:12

Sehr geil! :rollmops:
Viele Grüße aus Castrop-Rauxel
Matthias
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Re: E36, E39...Fundgrube meiner Schrauber-Projekte

Beitragvon Stuntman Marc » Di 19. Mär 2019, 21:26

Das war aber noch nicht alles in 2018.

Ich hatte irgendwann derart die Faxen vom Benz dicke, dass ich mir einen E39 Touring 540i kaufen wollte. Der Benz machte einfach zeitweise unfassbar viele Probleme. Es kam ständig etwas dazu. Nichts klappte. Nur Ärger. Immer die Angst liegen zu bleiben. ...ich muss aber zugeben, dass ich die Zähne zusammen gebissen habe und mich da durch kämpfte. Seit einem halben Jahr bin ich ehrlich gesagt ziemlich glücklich mit dem Auto. Weil er auch seine absoluten Vorzüge hat. Platz! Unfassbar viel Platz!!! Bequem. Und mit neuen Katalysatoren hat der Haufen auch richtig Leistung, die darin wirklich kein Mensch erwartet, was einen teuflischen Spaß auf der Autobahn bereitet.

Na ja...jedenfalls sprach ich mit einem guten Bekannten darüber, dass ich vor hatte 500 Km nach Zittau an die polnische Grenze zu fahren, um dort einen 540iA Touring mit Automatikgetriebeschaden zu kaufen und den wieder flott zu machen. Und dass ich Angst davor hatte, dass ich den Weg umsonst mache.
Was ich nicht wusste: Er wollte seinen 540i Touring Handschalter verkaufen.
Für alle nicht-BMW-Spinner: Ein originaler 540i Touring Handschalter mit dem fetten Getrag 6-Gang-Getriebe ist das Einhorn unter den E39ern. Selten, meist völlig fertig, völlig überteuert und mit gedrehtem Tacho. Der aufgerufene Preis war verlockend. Also samstags ganz früh mit meinem besten Freund bis hinter Frankfurt geblubbert. Man erkennt auch gleich, dass wir beide eine ähnliche Meise haben müssen.

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Vor uns stand dann ein Auto, bei dem ich fast nach hinten rüber gefallen wäre.
Er hatte ihn am Telefon schon mega ehrlich beschrieben. Aber das war doch deutlich mehr als gedacht. Auzf den ersten Blick erkannt: RICHTIG reudig reparierter Streifschaden links. Kasper-Auspuff. Defekter Luftfederung hinten. Verpfuschter Kabelbaum wegen Gasanlage. Die inzwischen aber wieder heraus gerissen wurde...und zwar von ihm. Denn er lief auf Benzin nicht vernünftig. Tja...danach lief er halt zwar immer noch auf Benzin bei Vollgas wie ein Sack Nüsse, aber dafür war die Gasanlage jetzt draußen. Fehler war ein vertauschtes Kabel an zwei Einspritzventilen. Das kommt dabei herum, wenn man den Kabelbaum als Gasumürster verfrickelt.

Jedenfalls überall Löcher von der Gasanlage. Vibrationen im Antriebsstrang. Kupplung breit. Reifen schief abgelaufen...einfach ein riesiger Blumenstrauß.
Ich habe kurz mit dem Bundesfinanzminister telefoniert und habe ihr mitgeteilt, dass ich ohne Auto nach Hause komme.
Also dem Bekannten freundlich erklärt, dass ich den Haufen lieber stehen lassen werde. Karosserie, Motor, Kupplung, Kardanwelle, Fahrwerk...das ist mir zu viel.
Er wollte ihn aber um's Verrecken los werden. Also sind wir uns dennoch für ein Schmerzensgeld einig geworden, wo ich meine weiteren Bemühungen rechtfertigen konnte.

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Darf ich vorstellen? Der maximal verpfuschte 540i 6-Gang mit dem billigsten Preis in ganz Mitteleuropa.
Junge, ist der fertig gewesen!
Erkennt man hier schon irgendwie, dass der Radlauf hinten nicht so ganz passt und die Farbe nicht stimmt?

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Das Heck hängt übrigens so lustig, weil die Federbälge die Luft nicht mehr richtig halten.


Bestandsaufnahme...mit drei Worten.
Oh.
Mein.
Gott.

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Was habe ich da bloß getan?!
Mein Trost: Die Steuerkette an dem M62TU (für nicht BMW-Spinner, der erste V8 mit Vanos - variabler Nockenwellenverstellung auf der Einlassseite, hat ab 200.000 km mit Kettenschäden aufgrund der Sonderlasten zu kämpfen) war bereits erneuert, die Vanos funktioniert einwandfrei, die Laufunruhe (Diagnose-Notebook sei Dank!) ist perfekt und die 15,4 Sekunden für den Sprint von 100 auf 200 nach GPS sagen auch aus, dass er die volle Leistung hat. Außerdem ist die Historie nachweisbar und die 220.000 km sind absolut realistisch. Auch die Korrosion sagt: Mehr kann er nicht haben.
Dafür hatte er jede Menge anderer Dinge.

Am heißesten war definitiv der ersetzte Radlauf hinten links. Ich lasse kurz Bilder sprechen. Die Kenner werden schon mit offenem Mund vor dem Bildschirm sitzen.

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Seht ihr das?
Da hat jemand einen Teil eines Radlaufes mit samt einem daran hängenden Restzipfel eines Innenradhauses eingesetzt. Ohne die Teile auf der Innenseite überhaupt in irgendeiner Form zu verbinden. Spritzwasser konnte also über Jahre hinweg absolut ungehindert in den Schweller laufen. Teilweise 30...40 mm Loch zwischen den Innenradlaufteilen. Ich saß da wirklich mit offenem Mund vor und dachte mir "Das kann nicht sein!"

Gut, dann die Zähne zusammen gebissen und mal die Flex an der Stelle angesetzt, wo ich vermutete "Darunter ist bestimmt nur Spachtel."

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Jap...Volltreffer. Beim ersten Ansetzen stand ich schon in einer weißen Staubwolke mit dem Geruch von ungesättigtem Polyesterharz. Außerdem die Jahresringe des Spachtels. Durch verschiedenste Schichten von Faserspacht, Spachtel, Feinspachtel, Spritzspachtel, Füller, Decklack, Klarlack...insgesamt mehrere Zentimeter dick.

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Katastrophe, Malaka!

Tja...da müssen wir jetzt wohl durch.
Ein Seufzer.
Danach mal so weiter geschaut, was es zu sehen gibt. Joah...auch nicht übel. Katalysator auf der Fahrerseite?

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Ok...nicht da und vom Fachbetrieb zu gebraten.
Endschalldämpfer sah so richtig rumänisch aus. "Hat aber ein E-Prüfzeichen!"
Mhhh...klar! Meine Oma hat auch ein E-Prüfzeichen.

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Rohrbogen passte wohl noch nicht. Also einfach mit roher Gewalt krumm gerissen, bis ein Knick im Rohr war. Macht aber nix! Denn der Rest der Anlage wurde auch von Ø 70 auf 60 mm reduziert.
Die Verbindung zwischen Y-Rohr vom Kat und dem Mittelschalldämpfer war auch ein Bild wert.

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Da stand ich unter dem Auto mit der Lampe in der Hand und meinem leichten und nicht aufhören zu scheinenden Kopfschütteln. Und alle fünf Sekunden wieder ein leises "Katastrophe."

Ja komm...lass uns heute noch was produktives machen. Der Radlauf is eh im Arsch, also Flex ansetzen und mal dahinter gucken.
Zwischendurch immer mal wieder das "Ich hätte ihn einfach stehen lassen sollen. Einfach stehen lassen. Und nicht mehr umdrehen. Warum?! Warum muss ich immer alten scheiß Schrott kaufen, den andere Leute wegschmeißen?!!!"

Ein kurzer Schnitt später war klar: Der Radlauf hatte tatsächlich keinerlei Verbindung zum Rest vom Auto. Nur an der Außenhaut zusammen gepfuscht. Und hier ist "Pfusch" wirklich das richtige Wort.

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Aber es kam noch dicker!
Ich habe mal die vom "Profi" geschweißte Verbindung einzeln heraus getrennt. Das war mir wieder ein Bild wert. Sowas habe ich noch nicht gesehen.

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Das, was der jenige nicht wieder zusammen gebraten bekommen hat, weil er überall Löcher ins Blech geschossen hatte, wurde mit dem Faserspachtel großzügig dicht geschmiert.

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Da stand ich nun vor den Trümmern meiner Anschaffung...und ich schicke das hier erstmal ab, bevor es gleich irgendwie weg ist.

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Re: E36, E39...Fundgrube meiner Schrauber-Projekte

Beitragvon Stuntman Marc » Di 19. Mär 2019, 21:55

Ab da an war eigentlich klar: Das wird nicht viel Arbeit!
Das wird SCHEISSE viel Arbeit und eine Restauration eines 2001er E39 Kombi.

In der Umgebung habe ich einen Schlachter gefunden aus dem ich mir besagte Stelle heraus trennen konnte.

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Das Ding haben wir dann mit zwei Leuten an einem Samstag sauber in das Auto gebracht. Also erst den ganzen Rost heraus getrennt, alles filetiert und sauber aufeinander angepasst. Dann angehalten, angepunktet...könnte klappen!
Ich erspare euch langweilige Details. Es sitzt drin und sieht jetzt so aus:

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Innenradhaus ist jetzt mit dem Rest verschweißt. Die Stelle ist natürlich maximal scheiße zum schweißen. Wo ich nicht hingekommen bin wird außen mit besagtem inhibierendem 2K EP Klebstoff abgedichtet und mit PVC Unterbodenschutz wie serienmäßig versiegelt. Innen wird Mike Sander's verhindern, dass ich noch mal Korrosionsprobleme bekommen werde.


Dann waren da noch so Nebenkriegsschauplätze wie die lasierten Rückleuchten. Schrecklich. Einfach nur schrecklich.

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600er Papier trocken mit der Maschine drüber und alles runter geholt.
Gereinigt, entfettet, Haftgrundvermittler drauf. Anschließend 2K Klarlack aus der Pistole mit ein wenig Elastifizierer.

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Gerettet.
Dem aufmerksamen Beobachter wird als echter BMW-Spinner aufgefallen sein, dass die Stoßstangen vorne vom Vorfacelift sind. Mega reudig über geduscht. Hinten die Stoßstange war mit der Laubsäge um diesen formschönen Sportauspuff mit EG-Genehmigung geformt worden.
Also mussten beide Stoßstangen neu.
Die vom Facelift zu bekommen ohne sich direkt in den Ruin zu stürzen ist nicht so einfach. Also nimmt man was man so vom Schlachter bekommt. Und das ist meistens schon durch durch gelutscht worden. Das was hier hell ist sind die Kratzer, welche ich alle spachteln musste. Ich habe keine Ahnung, ob man das so macht...ich hab's einfach gemacht.

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Darauf kam dann schwarzer 2K Füller.

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Dem aufmerksamen Beobachter und BMW-Spinner wird auch aufgefallen sein: Gelbe Blinker! Ja...das war mal serie so verbaut. Dann hat aber jemand hinten lasiert und den Rest in weiß wegen des Unfallschadens umgebaut. Irgendwie ändern sich die Zeiten und was früher mega spießig war, scheint heute cool zu sein. Deshalb sind keine Scheinwerfer mit gelben Blinkern für realistisches Geld zu bekommen. Ein guter Freund aus Hamburg bot an: Schick mir zu den Kram, ich revidiere dir die alten Scheinwerfer komplett auf Zustand "neu". Im Gegenzug lasierst du silberne Blinkerecken für dein Auto und für ein paar mehr. Das ist ein fairer deal.

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Dann die Stoßstangen und Stoßleisten geschliffen, gereinigt, entfettet, Basislack und Klarlack mit Elastifizierer.

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Damit war das schon mal erledigt.
Nächster Punkt auf der Liste: Kaputtes Luftfahrwerk.
Ja...na ja...finde ich eh scheiße. Warum?
Legst du die Kiste vorne tiefer, dann muss er hinten tiefer programmiert werden. Heißt aber: Vorne wird er härter, hinten wird Druck heraus genommen und da wird er weicher. Macht keinen Sinn! Also alles umgebaut auf Schraubenfedern.
Da die hinten unfassbar tief in der Karosserie sitzen und weder ein Innenfederspanner noch Außenfederspanner drum passen...ja...ihr ahnt es schon...jetzt wird es rumänisch.

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Feder draußen spannen, dann einen alten Spanngurt drum tüddeln, Federn aus dem Spanner nehmen...und vor lauter Nervenkitzel vergessen weitere Bilder zu machen...und schwups...schon ist die Feder im Auto. Zauberei!

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Don't try this at home!!!
Das Luftfahrwerk lasse ich heraus programmieren, den Rest mit einer 21er Abnahme eintragen und die Sache ist vom Tisch. Aufmerksame Beobachter werden gesehen haben: Es sind bei diesem Mülleimer hochwertige Bilstein Dämpfer verbaut. Neue Fahrhöhe ergibt sich dann.

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Damit aber genug für die heutige Episode. Rest der automobilen Ärgernisse gibt es morgen.
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Re: E36, E39...Fundgrube meiner Schrauber-Projekte

Beitragvon Bullitöter » Di 19. Mär 2019, 23:17

Ich bewundere deinen Enthusiasus. Irgendwo ganz hinten im Kopf schimmelt ja auch noch so ein Gedanke an so einen BMW rum, aber wenn ich sowas sehe, weiß ich warum ein 700er Volvo und sogar ein Typ 44 Avant weniger weit hinten steht. Zum Glück is mir Leistung inzwischen ja fast latte, das macht das leichter.

Ich finds gut das den "rettest", dass die selten und meist gut durchgebummst sind kann ich mir gut vorstellen, unterm Strich haste also sicher nix verkehrt gemacht. N anderer Eimer hätte andere Sorgen bereitet und wo ich jetzt den 4 Zylinder Diesel quasi komplett machen musste, weiß ich auch, dass ich das mit nem V8 garantiert nicht will. Dann lieber son reingepfuscher Radlauf.
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Re: E36, E39...Fundgrube meiner Schrauber-Projekte

Beitragvon Stuntman Marc » Mi 20. Mär 2019, 05:43

Das Problem ist: ganz kurzer dünner Pillermann will ja irgendwie kompensiert sein. Also führt kein Weg an Leistung vorbei.
:king:

Fakt ist: ich habe das Auto mit dem festen Ziel gekauft das Getriebe, die Kardanwelle und das Diffi heraus zu reißen. Denn genau das brauche ich für den Kompressorumbau der schwarzen 540 Limousine. Denn nur das Getrag, bei BMW S6S420G genannte, Getriebe hält die geplanten 800 Nm aus. Und es gibt nur zwei Getriebe die überhaupt die V8 Glocke haben. Da das Getriebe inzwischen in Gold gewogen wird, war der ganze Wagen so teuer wie das Getriebe.
Der Touring wird auf ein 5-Gang-Getriebe von ZF, das S5D320Z, umgebaut. Normalerweise würde man das schlachten und hätte seine Kohle wieder. Bringe ich aber nicht über's Herz! Gerade weil die Karosserie so breit ist, kann ich endlich mal einen 540 im Alltag fahren, ohne mieses Gewissen und ohne den aufflammenden Wunsch ihn wegzustellen. Genau das treibt mich an!

Aber das Ding bekommt noch ein paar schöne Schmankerl.

Und ich meine: guck mal auf die Uhrzeit. Ich mache mich gerade fertig und gehe dann zum Pumpen...Um danach in die Arbeit zu fahren. Ich denke, dass ich immer nur ganz oder gar nicht kann.
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Re: E36, E39...Fundgrube meiner Schrauber-Projekte

Beitragvon Stuntman Marc » Mi 20. Mär 2019, 21:00

Weiter im Text.
Der nächste Pfusch an dem Auto der mir förmlich ins Gesicht gesprungen ist: Sämtliche verchromten Zierleisten an sowohl den Fenstern als auch den Stoßleisten waren mit der Dose mattschwarz gesprüht worden und fingen - wer hätte es gedacht - an zu blättern.
Ich habe mir also neue Chromleisten besorgt. Da ich Chrom aber nicht leiden kann, habe ich diese mit 3M Folie überzogen. Erfahrungen darin waren dürftig. Aber es hatte ganz gut geklappt. Eine schöne und entspannte Sonntagsbeschäftigung.

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Ich habe auch noch die Säulenverkleidungen in "Schwarz II" glänzend lackiert. Das ist so der Standard für Facelift V8 mit Chrom und/oder Hochglanz-Shadow-Line, was ich ja jetzt mit der 3M Folie aus den Fensterleisten gemacht habe.

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Dann ging es am Fahrwerk weiter. Hinterachse überholen. Der linke hintere Reifen war ja innen einseitig abgefahren. Es waren aber zwei neue Führungslenker eingebaut, das Lenkrad stand irgendwie bei der Fahrt schief und die Zugstreben vorne waren auch neuwertig. Also bevor ich da eine Achsvermessung machen lasse, vielleicht auch mal den Rest prüfen.

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Spezielwerkzeug von einem Freund geliehen und mit Heißluftgebläse unterstützt die Tonnenlager gezogen.

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Dank der 440 Nm von dem Ding waren die auch schon gut fertig.

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Genauso wie die Integrallenker und Axiallager. Beliebte Bauteile für Verschleiß insbesondere bei höherer Beanspruchung.

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Bis hier in war alles cool. Dann stand ich so hinter dem Auto und guckte zufrieden drauf...kam ins Stutzen...Was is das denn für ein Camber Joe?!
Die linke Seite hatte total negativen Sturz.

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Ich habe noch an allen Schrauben herum gedreht, die für das Einstellen vom Sturz gedacht sind. Aber es wurde nicht besser. Es wurde höchstens schlimmer.

Sagte ich hier schon mal Katastrophe?
Kann man gar nicht oft genug sagen!
KA - TA - STROPHE!!!!
Ich habe alle Teile an der Achse getauscht und die Achse ist durch den Unfallschaden krumm. Ich flippe aus! :schwachsinn:


Also wieder los gezogen, Schlachter gucken, Achse organisieren.

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Also alle Teile wieder rauuuuuus...und die ganze Arbeit noch mal. :mecker:

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Ich brauchte mal sowas wie Zerstreuung, damit ich nicht aufgebe. Also günstig einen gebrauchten Sport-ESD erstanden. Mit EG-Genehmigung. Klang ganz schrecklich verdächtig leer. Ich konnte also nicht anders...

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Verdammt! Gefüllt. Aber ziemlich dünn. Glaswolle locker reingeschmissen. Wird ziemlich dröhnen, sagt die Erfahrung. Also alles raus.

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Um das Siebrohr kräftig Edelstahlwolle gewickelt, die auch hitzefest ist, Glaswolle wieder rein...und schon klang das Ding auch nicht so leer.

Glaswolle is nach so einigen Jahren im ESD nicht sonderlich schön. Ich empfehle da eine persönliche Schutzausrüstung zu tragen. Die Fasern findet man hinterher echt überall auf dem Hof wieder.

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Mit dem WIG-Schweißgerät habe ich dann den Deckel wieder eingesetzt, verschliffen und den Rest mit einem Bürstenschleifer mattiert. Dann blitzt und blinkt es nicht so grässlich unter dem Heck. Da ich auf dezente Serienoptik stehe, habe ich noch ein Ø 76 mm Rohr so bearbeitet, dass es aussieht wie jenes vom 523i. Schön dezent halt.

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Das kommt da dann bei Zeiten dran.


Nach der Ablenkung wieder die Scheißarbeit. Abgasanlage drunter weg, Achse herausgerissen.

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Es gab noch reichlich Schererei mit den Handbremsseilen, die im Aluminiumachsschenkel festgerostet waren. Raus war schon scheiße, rein wäre noch schlimmer gewesen. Habe mir dann eine Zylinderbürste für den Akkuschrauber bestellt, da es der örtliche Baumarkt mal wieder nicht auf Lager hatte. Damit die Bohrungen gereinigt, bisschen Fett rein, Seil rein und alles war tacco.
Noch so ein Quell des Ärgernisses war der gottverdammte Raddrehzahlsensor in der Achse aus dem Schlachter. Ging nicht heraus. Ist abgerissen. Einzige Lösung: Loch rein, Gleithammer dran, vorsichtig heraus getrieben.

Größtes Ärgernis war eigentlich die Montage der Achse am Auto. Im Prinzip drückt man fast den Wagen von der Bühne, da das Eigengewicht nicht ausreicht, um die Federn soweit zusammen gepresst zu bekommen, dass man die verdammten Tonnenlagerschrauben ansetzen kann. Am Ende musste der Werkstattwagen leiden. Bürgt aber für seine Qualität. Mit dem Sonderwerkzeug "Kantholz" ging der Rummel dann mit zwei Personen und hälftigen Anteilen von Schweiß aus Angst und aus Anstrengung rein in die Karosserie.

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Ich habe dann noch die hinteren Querlenker an der Achse getauscht. Zusammen mit den neuen Koppelstangen ist das Ding eigentlich komplett neu gelagert.
Scheiben, Beläge, Handbremsbeläge kamen dann auch gleich neu.


Weiter vorne steht ja mein Geschwaller zum Kompressorumbau und dem zweiten 4,4 Liter Motor. Lange Geschichte in aller Kürze: Baut man auf den späteren TU-Motor die Ansaugbrücke und die Krümmer vom alten vorTU-Motor, macht ein bisschen was an der Software, so erhält man einen 330 bis 340 PS starken Wagen. Is klar, dass ich das auch vorhabe, oder? Wenn schon, denn schon. 100 bis 200 müssen in unter 14 Sekunden möglich sein.
Ansaugbrücke ist eh über, Krümmer wollte ich sowieso tauschen, damit ich die noch auf Lager liegende Abgasanlage vom vorTU fahren kann. Dann kommt die auch mal endlich weg. Nimmer nur Platz weg.

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Die vorTU-Ansaugbrücke hat größere Kanäle und mehr Durchsatz. Das entdrosselt die Maschine. Zusammen mit dem Krümmer ohne Vorkatalysatoren und mit der deutlich besseren Rohrführung bringt das definitiv richtig was.


Weil ich den Wagen ja auch 5-Gang-Getriebe umbauen will, muss auch ein anderes Diffi rein.

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War natürlich klar, dass die montierten Antriebswellen der Schlacht-Achse die jetzt im Auto stecken nicht zum Diffi passen, oder?

Kommen wir zu einem weiteren dafür äußerst nützlichen Spezialwerkzeug. Raus wie rein hilft einem entweder ein riesiger Vorschlaghammer oder ein paar Minuten der Geduld am Abzug und dieses kleine, bescheidene Pressluftwerkzeug.

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Löst auch die übelst verrostetste Keilzahnverbindung.


Und weil ich schon an Achse 2 so gut wie alles durch habe, noch final an Achse 1. Querlenker habe ich schon getauscht, Druckstreben waren neuwertig...aber die Druckstrebenlager...da gibt's was besseres. Nämlich Powerflex.
Letztens kam noch eine neue Werkstattpresse ins Haus. Die konnte ich direkt einweihen.

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Das was hier so lillla schimmert ist das neue PUR-Lager. Damit lenkt sich so ein Haufen plötzlich trotz Kugelumlauflenkung ausgesprochen zackig und agil.

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Das ist erstmal der aktuelle Stand vom Auto. Achsen sind würde ich sagen so gut wie neu. Karosserie ist geschweißt. Wartet trotzdem noch ein Haufen Arbeit. Nicht zuletzt der Getriebeumbau, neue Kupplung, Krümmer tauschen, Lambdasondenkabel verlängern, Abgasanlage bauen, Heckscheibenrahmen entrosten, lackieren und konservieren.
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Re: E36, E39...Fundgrube meiner Schrauber-Projekte

Beitragvon Rene131181 » Mi 20. Mär 2019, 21:25

Stuntman Marc hat geschrieben:

Aber es kam noch dicker!
Ich habe mal die vom "Profi" geschweißte Verbindung einzeln heraus getrennt. Das war mir wieder ein Bild wert. Sowas habe ich noch nicht gesehen.

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Re: E36, E39...Fundgrube meiner Schrauber-Projekte

Beitragvon viking » Mi 20. Mär 2019, 21:44

das macht mich ganz sentimental
ähnliche stachelschweinchen haben im schweller vom nekro-e3 gewohnt :heul:
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